Hi zusammen,

im Hundesportverein herrscht eine ganz eigene Dynamik. Man trifft sich, man trainiert, man tauscht sich aus. Doch manchmal verschwimmt in diesem Vereinsleben das Verständnis dafür, wer auf dem Platz eigentlich welche Aufgabe hat.

Besonders die Position des ehrenamtlichen Übungsleiters in der Unterordnung wird oft missverstanden. Deshalb lohnt es sich, einmal einen Schritt zurückzutreten und zu beleuchten, was diese Position eigentlich bedeutet – und wo ihre Grenzen liegen.

Keine Dienstleistung, sondern Ehrenamt

Der wichtigste Unterschied zu einem bezahlten Privattraining ist der Rahmen: Wir befinden uns im Ehrenamt. Ein Übungsleiter steht nicht auf dem Platz, weil er dafür bezahlt wird, Probleme zu lösen, sondern aus Idealismus und Liebe zum Sport. Er schenkt dem Verein und den Mitgliedern seine Freizeit.

Daraus ergibt sich eine wichtige Abgrenzung: Es ist keine Einbahnstraße. Es ist kein „Konsumieren“ einer Leistung, sondern ein gemeinsames Arbeiten an einem Ziel.

Der Blick von außen

Die Hauptaufgabe des Übungsleiters ist es, das externe Auge zu sein. Wer seinen Hund führt, ist oft „betriebsblind“. Man sieht nicht, dass die eigene Schulter schief ist, dass man dem Hund unbewusst Führerhilfe gibt oder dass das Timing beim Bestätigen um eine Sekunde daneben lag.

Der Übungsleiter ist das Korrektiv. Er sieht das Gesamtbild. Er ist der Dolmetscher für die Prüfungsordnung und achtet darauf, dass das Team (Mensch und Hund) sich nicht in Fehler einschleicht, die später nur schwer wieder auszubügeln sind.

Trainer für den Menschen, nicht für den Hund

Das vielleicht größte Missverständnis ist die Annahme, der Übungsleiter würde den Hund ausbilden. Die Realität auf dem Hundeplatz sieht anders aus: Der Übungsleiter bildet den Menschen aus.

In den wenigen Minuten Trainingszeit pro Woche kann kein Hund der Welt etwas dauerhaft lernen, wenn es nicht in den Tagen dazwischen gefestigt wird. Der Übungsleiter liefert die Bauanleitung, die Technik und die Strategie. Aber das „Bauen“ – die täglichen Wiederholungen, die Konsequenz, der Beziehungsaufbau – das ist Aufgabe des Hundeführers.

Fazit

Ein Übungsleiter kann den Weg zeigen, motivieren und technisches Wissen vermitteln. Er ist wie ein Navigationssystem: Er sagt dir, wo du abbiegen musst, um ans Ziel zu kommen. Aber fahren musst du das Auto selbst.

Wenn wir uns alle dieser Rollenverteilung bewusst sind, wird das Training auf dem Platz nicht nur effektiver, sondern auch entspannter für beide Seiten.

LG Daniel https://www.instagram.com/danielwirth_k9/

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