Hi zusammen,
gestern habe ich es angekündigt, heute liefern wir ab. Wie versprochen: Hier ist das Video von Heras „Kaltstart“.
Kein vorheriges Üben. Kein Aufwärmen der Kommandos. Einfach aus dem Auto raus, auf den Platz und schauen, was nach 5 Jahren Trainingspause noch übrig ist.
Hier geht es zum Video: KLICK HIER
Der erste Eindruck: Besser als gedacht, aber weit weg von „fertig“
Bevor wir die Übungen zerpflücken, mein generelles Fazit vorab: Es war genau das, was ich nach so vielen Jahren Pause ohne echtes Training erwartet habe.
Was mich aber riesig gefreut hat: Die Motivation ist noch da. Hera hatte Lust, mitzulaufen. Die Kernpunkte, die wir damals in den ersten zwei Jahren trainiert haben, sind tief im System verankert. Das Fundament steht. Aber darauf hat sich eine dicke Schicht Staub gelegt.
Gehen wir ins Detail. Hier ist meine Fehleranalyse – ehrlich und direkt.
1. Die Freifolge: Schwimmende Positionen Der Wille war da, aber die Präzision fehlt.
- Position: Sie hat massive Probleme, die Position am Bein zu halten. Sie schwankt immer wieder nach hinten weg oder prellt vor. Auch die Grundstellung war oft leicht schief.
- Winkel: Hier müssen wir deutlich akkurater werden. Sowohl Rechts- als auch Linkswinkel waren für mein Empfinden zu unsauber.
- Kehrtwenden: Die erste war okay. Die zweite war eine Katastrophe. Da gab es ein Missverständnis zwischen uns, und sie ist einmal vor mir herumgesprungen. Das muss viel geschlossener und schneller werden.
2. Sitz aus der Bewegung: Schnell, aber nicht nachhaltig Hier war ich kurz stolz: Die Entwicklung ins Sitz war für die lange Pause richtig gut. Das Kommando hat sie sofort angenommen.
- Der Fehler: Sie blieb nicht sitzen. Kurz bevor ich mich beim Zurückgehen umgedreht habe, ist sie aufgestanden. Im Video sieht man, dass der Hund steht, als ich bei ihr ankomme.
- Fazit: Die Sicherheit muss zurück. Sitz heißt Sitz, bis ich wieder da bin.
3. Platz mit Abrufen: Keine Ausreden beim Wetter Das Platz-Hörzeichen wurde zu zögerlich angenommen. Sie legt sich zu langsam ab. Man könnte jetzt sagen: „Ja gut, der Schnee ist kalt, sie ist es nicht gewohnt.“ Aber das lasse ich nicht gelten. Egal ob Schnee, Regen oder Sonnenschein: Wenn ich „Platz“ sage, muss der Hund das sofort ausführen.
- Abrufen: Das war ihr Highlight! Sie kam sehr schnell und hochmotiviert.
- Vorsitz: War schön gerade, könnte aber noch einen Tick dichter sein. Die anschließende Grundstellung war wieder schief.
4. Steh Übung: Das „Dippeln“ muss weg Das Steh-Kommando muss exakter kommen.
- Der Fehler: Sie bleibt nicht schlagartig stehen, sondern macht noch diese typischen „Dippelschritte“ (Nachziehen der Pfoten). Das mag ich gar nicht. Auf „Steh“ müssen alle vier Pfoten fest am Boden sein.
- Abrufen: Wieder sehr motiviert, aber beim Abschluss schief gesessen.
Der „unsichtbare“ Faktor: Kondition und Fairness Diese Analyse zeigt mir eines ganz deutlich: Wir brauchen nicht nur einen Trainingsplan für die Unterordnung auf dem Platz, sondern müssen noch andere Grundlagen wieder antrainieren.
Hera war in den letzten Jahren – böse gesagt – ein bisschen die „Couch-Potato“. Die Leistung, die wir in einer Prüfung erwarten (Körperspannung, schnelle Reaktionen), erfordert Kraft und Ausdauer. Es wäre unfair von mir, diese Leistung zu verlangen, wenn der Hund körperlich gar nicht dazu in der Lage ist.
Transparenz-Hinweis: Ich nehme euch komplett mit. Ihr werdet jede Trainingseinheit sehen – auch die, die in die Hose gehen. Da ich die Videos schneiden und hochladen muss, befinden wir uns hier immer in einer kleinen „Zeitblase“ mit ein paar Tagen Versatz. Das Video von heute ist also gestern entstanden.
Ich hoffe, dieser Einblick motiviert den einen oder anderen von euch. Es ist nie zu spät, wieder anzufangen – auch wenn der Hund nicht mehr 8 Wochen alt ist. Man muss vielleicht Abstriche machen, aber es lohnt sich immer!
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