Hi zusammen,
erste Regel im Hundesport: Es läuft nie alles perfekt. Normalerweise liegt der Fehler immer am Hundeführer – niemals am Hund. Wenn etwas nicht klappt, haben wir es nicht gut genug erklärt oder trainiert. Aber heute? Heute lag es tatsächlich mal an der Technik.
Die Kamera hat im ersten Durchgang gestreikt. Aber keine Sorge: Runde 2 (die ihr im Video seht) sah exakt genauso aus wie Runde 1.
Es war eine extrem kurze Einheit. Wir reden hier von wenigen Minuten. Warum? Weil Qualität vor Quantität geht, gerade beim Wiedereinstieg.
Der Motor muss laufen: Bellen als Anker
Vielleicht wundert ihr euch im Video: „Warum lässt er den Hund bellen?“ Das ist volle Absicht. Bei Hera haben wir im Welpen- und Junghundealter massiv daran gearbeitet, sie über ein Hörzeichen in die Arbeitsmotivation zu holen. Das Bellen ist hier ihr Ventil und mein „On-Switch“. Ich fahre die Erregungslage bewusst hoch, damit sie nicht im Schlafwagen-Tempo neben mir hertrottet, sondern hellwach ist.
Die Übung: Schritt für Schritt zum Erfolg
Wir haben uns heute nur auf das Wesentliche konzentriert: Grundstellung und das erste Angehen. Das Prinzip ist simpelste Positive Verstärkung, kombiniert mit präzisem Timing:
- Spannung aufbauen (Bellen/Fokus).
- Ein paar Schritte korrektes Fußlaufen.
- Markern & Bestätigen: Ich arbeite hier mit einem Markerwort. Das funktioniert wie ein verbaler Clicker. Sobald die Position stimmt, kommt das Wort. Das „friert“ den richtigen Moment für den Hund ein und kündigt die Belohnung an.
Hera soll lernen (bzw. sich erinnern): „Aha, wenn das Markerwort kommt, habe ich es richtig gemacht und es lohnt sich!“ So sichern wir das Verhalten für die nächsten Einheiten punktgenau ab.
Wichtiges Detail: Die Reitgerte
Ihr seht in meiner rechten Hand eine Reitgerte. Um das direkt klarzustellen (weil das im Internet gerne falsch interpretiert wird): Die Gerte ist kein Strafinstrument.
Sie hat hier zwei Funktionen:
- Sie dient als Begrenzung, um Hera vorne visuell zu orientieren, damit sie die Position hält.
- Ganz wichtig: Sie wird aktiv zur Bestätigung eingesetzt.
Ich nutze die Gerte, um Hera am Hals und Fang von unten nach oben zu streicheln. Das ist für sie ein vertrautes, positives Signal aus ihrer Junghundezeit. Die Gerte bedeutet also nicht nur „Achtung Grenze“, sondern ist direkt mit Lob und Bestätigung verknüpft.
Fazit der Einheit: Kurz, intensiv und die alten Schaltkreise im Hundehirn funktionieren noch. Jetzt heißt es: Dranbleiben und Wiederholungen sammeln.
Den Clip zum Training könnt ihr auf meiner Instagram-Seite sehen. Schaut rein, um zu sehen, wie das in der Praxis aussieht.